Burkhardt Müller-Sönksen (FDP) | Mitglied des Deutschen Bundestages, medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

Berlin / Sicherheitspolitik

Die Bundeswehr der Zukunft braucht beide Geschlechter!

Gastbeitrag, erschienen im Mitgliedermagazin der Liberalen Frauen 1/2011 Als vor mehr als 10 Jahren die ersten Soldatinnen ihren Dienst in der Bundeswehr aufnahmen, war dieses für viele der altgediente Militärs der gefühlte Anfang vom Ende ihrer geliebten Bundeswehr. Doch schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, welche Chance und Bereicherung engagierte Frauen sind. Mittlerweile leisten fast 17.000 Frauen ihren Dienst in der Bundeswehr.

Doch die positiven Zahlen dürfen den Blick auf die immer noch vorherrschenden Probleme nicht verstellen. Die Integration von Frauen ist noch längst nicht abgeschlossen. Noch immer ist der Dienst von Frauen in der Bundeswehr eher eine Ausnahme und beschränkt sich häufig nur auf den Sanitätsbereich. Die jährlichen Berichte des Wehrbeauftragen machen deutlich, dass im persönlichen Umgang innerhalb der Bundeswehr Soldatinnen mitunter nicht die verdiente Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren, sondern teilweise Ausgrenzungen, Beleidigungen und sogar Belästigungen ausgesetzt sind. Diese Fälle müssen auch in Zukunft konsequent aufgeklärt und verfolgt werden.

Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, die Vereinbarkeit von Dienst und Familie weiter zu verbessern. Familienfreundlichkeit wird in Zukunft ein wichtiger Faktor bei der Berufswahl junger Menschen sein. Dabei ist es entscheidend, dass die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sich an den realen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Soldatinnen und Soldaten orientieren. Für die großen Bundeswehrstandorte bietet beispielsweise eine eigenständig organisierte betriebliche Kinderbetreuung geradezu an.

Durch die anstehende Reform entstehen uns neue Möglichkeiten das Ziel eines ausgewogeneren Geschlechterverhältnisses innerhalb Bundeswehr voranzubringen. Es macht mich stolz, dass wir durch unsere liberale Regierungsbeteiligung nun erstmalig nicht mehr über einen Zwangsdienst sprechen, sondern über die Ausgestaltung von Freiwilligkeit. Die Bundeswehr muss als Arbeitgeber so attraktiv werden, dass wir nicht mehr auf die Wehrpflicht angewiesen sind, sondern auf andere Weise junge engagierte Frauen und Männer für den Dienst zu gewinnen.

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