Alles möglich, keine Grenzen?
Müller-Sönksen bei FNST-Veranstaltung zum Urheberrecht in der digitalen Welt
(24.11.10) Wie gehen wir im Internet mit geistigem Eigentum um? Und wie helfen wir Künstlern und Kreativen ihre Innovationen zu verwerten? Diese Fragen werden derzeit, im Vorfeld der Urheberrechtsreform, heftig diskutiert.
Am vergangenen Dienstag suchte die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Antworten und diskutierte in einer hochkarätigen Expertenrunde kontrovers über die Reform.
In den Verlagsräumen von Gruner + Jahr schlug vor allem das Thema Leistungsschutzrecht für Presseverleger hohe Wellen. Burkhardt Müller-Sönksen machte in meinem Vortrag deutlich, dass in erster Linie die Leistung der Kreativen geschützt und die bestmöglichen Voraussetzungen für Kreativität, Innovation und kulturelle Vielfalt geschaffen werden sollen. Die FDP strebt die Selbstbestimmung des kreativen Menschen an, der frei entscheiden soll, ob und wie er seine Ideen verwertet. "Dabei geht es gar nicht immer um Geld. Viele Künstler stellen ihre Werke kostenfrei im Internet zur Verfügung, möchten aber Anerkennung erfahren - zum Beispiel durch eine Namensnennung", erläuterte Müller-Sönksen.
Aber auch die Verleger wollen ihren Einsatz für die Meinungsvielfalt anerkannt und geschützt wissen. Die Verleger tragen ein hohes Investitionsrisiko, wenn sie Journalisten anstellen und Infrastruktur bereithalten. Sie wollen im Gegenzug die so entstandenen Qualitätsinhalte selbst verwerten und nicht fremden Newsaggregatoren überlassen müssen.
Insbesondere Dr. Christoph Fiedler vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betonte am Dienstag immer wieder, dass die Verleger dem Monopolisten Google ausgeliefert und auf ein eigenes Schutzrecht angewiesen seien. Müller-Sönksen blieb aber bei der Position, die auch unsere Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vertritt: Die FDP wünscht sich ein Minimum an ordnungspolitischen Eingriffen und sieht ein Leistungsschutzrecht der Verleger als Zweitverwertungsrecht an gewerblich genutzten Inhalten als Ultima Ratio.
Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann hier angesehen werden.










